Kulturbegründung – mit Qualität von Anfang an

Foto: U. Bachmann-Gigl

Am besten ist es, wenn sich der Wald von selbst verjüngt. Wo das nicht der Fall oder die Baumartenzusammensetzung in der Verjüngung nicht optimal ist, müssen Waldbesitzer und Förster nachhelfen. Bei dieser Kulturbegründung sind schon bei der Planung und Bestellung der Pflanzen wichtige Aspekte zu beachten. Welche das sind, erklären uns Ottmar Ruppert und Wolfram Rothkegel, die beiden Waldbautrainer der Bayerischen Forstverwaltung.

Zertifiziert soll das Pflanzmaterial zunächst sein. Damit ist die Herkunft der Bäumchen nicht nur bekannt, sondern auch überprüfbar. Außerdem sollten die Sortimente so klein wie möglich und so groß wie nötig gewählt werden, damit verbessert sich der Anwuchserfolg. Wichtig ist auch ein ausgeglichenes Verhältnis von Wurzel und Spross. Die Jungpflanzen sollen frisch, vital und gesund sein. Und natürlich sind Schäden oder Deformationen an der Wurzel, wie z.B. ein „Entenfuß“ oder ein Verschulknick, nicht gewünscht. Bis zur Anlieferung bleibt Zeit, den Einschlagplatz vorzubereiten. Der ist unerlässlich, um die Pflanzenfrische zwischen Anlieferung und Pflanzung zu erhalten. Bei der Pflanzenübernahme werden Stichproben gezogen und die Lieferung mit der Bestellung abgeglichen. Ein Pflanzenübernahmeprotokoll ist nur zu empfehlen. Vor der Pflanzung ist manchmal ein Wurzelschnitt notwendig. Das ist dann der Fall, wenn die Wurzel entweder verletzt oder für das Pflanzloch zu lang ist. Bei einem Wurzeldurchmesser von mehr als vier Millimetern sollte wegen der höheren Gefahr für Pilzinfektionen nicht mehr geschnitten werden. Außerdem sollte die Pflanze insgesamt nicht mehr als zwanzig Prozent ihrer Feinwurzelmasse verlieren. Grundsätzlich sollte das Pflanzverfahren der Wurzel angepasst werden und nicht umgekehrt. Mehr zur Pflanzung selbst erklären wir Ihnen in einem separaten Video.

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