Ist das Reh die Frau von Hirsch?

Fotos: M. Szczepanek (wikipedia), B. Ebbesen (wikipedia), C. Schwab, C. Genser

„Schau mal Mami, ein Reh!“ – solche unverhofften Anblicke machen den Waldspaziergang für die Kinder zu etwas ganz besonderem. Auch die Erwachsenen freuen sich meist darüber. Aber schon nach kurzem stellt man sich insgeheim die Frage: Warum hatte das Reh eigentlich ein kleines Geweih? War das ein junger Hirsch? Oder kommt jetzt gleich noch ein Hirsch aus dem Gebüsch? Und gehören Reh und Hirsch überhaupt zusammen? Fragen, die uns Fiona Schönfeld, Dozentin für Wildtiermanagement und Jagdlehre der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, beantwortet.

Die meisten Kinder, aber auch viele Erwachsene, glauben, dass es sich beim Reh um das weibliche Gegenstück des Hirsches handelt. Aber das stimmt nicht. Vielmehr handelt es sich hierbei um zwei völlig unterschiedliche Wildarten: Rehwild und Rotwild. Während das Rehwild, eingeteilt in Rehbock, Rehgeiß und Rehkitz, zu den Trughirschen gehört, zählt das Rotwild, das sich aus Hirschen, Hirschkühen und Hirschkälbern zusammensetzt, zu den sogenannten Echten Hirschen. Das Rotwild ist deutlich größer als das Rehwild. Ein Hirsch wiegt fast zehnmal so viel wie ein Rehbock. Dementsprechend kleiner ist auch das Geweih der Rehböcke. Aber es gibt auch Unterschiede im Verhalten. Während weibliches Rotwild dauerhaft in Rudeln lebt, sind Rehe Einzelgänger und finden höchstens im Winter zu kleinen Gruppen, sogenannten Sprüngen, zusammen. Und auch die Geschmäcker der beiden Arten sind verschieden. Rotwild nimmt viel Nahrung zu sich, die wenig Energie enthält, beispielsweise Gras, Heu oder auch die Rinde von Bäumen. Dagegen ist das Rehwild ein richtiges Schleckermaul. Es nascht von den unterschiedlichsten, leicht verdaulichen Pflanzenteilen, wie Knospen, jungen Trieben oder Kräutern.

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