Wald – vielfältig und leistungsstark

Wald – vielfältig und leistungsstark

Der Wald erfüllt wichtige Funktionen für Natur, Wirtschaft und Gesellschaft – das wird auch im Logo zum Jahr der Wälder 2011 deutlich.

Bayern ist waldreich. Ein Drittel seiner Fläche ist von Wald bedeckt. Keiner, der hier lebt, möchte auf die heimatlichen Wälder verzichten – sie verursachen ein ganz eigenes Flair. Und unsere Wälder erfüllen eine Vielzahl an wichtigen Funktionen. Welche das sind? Das erklärt uns Olaf Schmidt. Er ist Leiter der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und ein Liebhaber nicht nur der bayerischen Wälder.

Wir können uns glücklich schätzen so viel Wald in Bayern zu haben. Denn Wälder übernehmen wichtige Funktionen für Natur, Wirtschaft und Gesellschaft. Eine erste Aufgabe ist die Erholungsfunktion. Ob zum Spazieren oder Wandern: die Menschen suchen den Wald auf, um sich zu entspannen, die frische Luft zu genießen, dem Vogelgezwitscher zu lauschen und vieles mehr. Das ist besonders wichtig in den Ballungszentren rund um die großen Städte. Der Wald ist also Erholungsraum für die Menschen.
Am offensichtlichsten ist aber die Rohstofffunktion: Der Wald produziert und versorgt uns mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Diesen wichtigen Rohstoff nutzen wir als Bauholz, als Brennholz, für Möbel und vieles mehr. Damit erfüllt der Wald eine enorme wirtschaftliche Funktion. Gleichzeitig bietet er vielen Menschen einen Arbeitsplatz. Mit 190.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 35 Milliarden Euro ist der Sektor Forst und Holz der viertgrößte Wirtschaftszweig in Bayern.
Des Weiteren sind Wälder gut für unser Klima. Sie binden das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2). So speichert ein Kubikmeter Holz etwa eine Tonne CO2 – als verbautes Holz sogar über Jahrzehnte hinweg. Ein großer Kohlenstoffspeicher kann auch der Waldboden sein. Insbesondere intakte, humusreiche Waldböden speichern große Mengen an Kohlenstoff. Dieser gespeicherte Kohlenstoff kann nicht zu der Klimaerwärmung beitragen.
Ferner übernehmen Wälder eine zweifache Filterfunktion: Einmal filtert der Waldboden das Niederschlagswasser. Damit ist der Wald Garant für eine dauernde Versorgung mit sauberem Trinkwasser, das beispielsweise niedrige Nitratwerte aufweist. Außerdem filtern die Bäume – insbesondere die Nadelbäume – Schadstoffe aus der Luft. Wälder schlucken Staub und Lärm.
Was noch? Wälder sind bei uns nach wie vor der naturnächste Lebensraum. Denn Bayern wäre ohne menschlichen Einfluss ein Waldland. Um die darin enthaltene Vielfalt zu erhalten, werden die bayerischen Staatswälder naturnah bewirtschaftet. Sie bieten auf großer Flächen einen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Zusätzlich hat die Forstverwaltung in Bayern ein über 7.000 Hektar großes Netz an Naturwaldreservaten ausgewiesen, in denen sich die Arten ungestört von menschlichen Eingriffen entwickeln können. In Naturwaldreservaten in Buchenwälder konnten bis zu 4.000 verschiedene Tierarten auf kleinen Flächen von 50 bis 70 Hektar Größe nachgewiesen werden, d.h. auf einer kleinen Fläche zehn Prozent der Artenfülle Deutschlands! Der Wald erfüllt damit eine Schutzfunktion für viele waldtypische Tier- und Pflanzenarten.
Daneben schütz der Wald Infrastruktureinrichtungen, wie Gebäude, Ortschaften, Straßen vor Naturgefahren wie Lawinen, Muren und Steinschlag. Größere Bereiche bewahrt er vor Hochwasser: Wald speichert sehr viel Wasser und gibt es langsam wieder ab. Damit ist er wichtiger Teil des Hochwasserschutzes.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Bildung und Wissensvermittlung. Ein fachgerecht bewirtschafteter Wald zeigt anschaulich, wie Nachhaltigkeit funktioniert. Um dieses Prinzip weiterzugeben, sind in Bayern jährlich etwa 150.000 Kinder mit dem Förster im Wald unterwegs.
Damit die Wälder auch in Zukunft all diese Funktionen erfüllen können, ist eine nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung notwendig. Nur so bleiben die Wälder stabil. Das ist im Waldgesetz für Bayern (BayWaldG) festgelegt, das auch die Waldfunktionen beschreibt.

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