Waldumbau – was ist das?

Hände mit Sämlingen von Eiche, Buche und Tanne

Naturverjüngung ist der kostengünstigere Weg des Waldumbaus – aber leider nicht überall ausreichend vorhanden (Foto: J. Böhm).

Ein wichtiges Thema in der Forstwirtschaft ist derzeit der Waldumbau. Aber was genau verbirgt sich eigentlich dahinter? Den Waldumbau erklärt uns Franz Brosinger. Er leitet das Referat Waldbau, Waldschutz und Bergwald am Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und weiß genau, was sich hinter dem Begriff Waldumbau verbirgt.

Bei „Umbau“ denkt man gleich an Renovierung. Das ist auch nicht ganz falsch: Der Waldumbau ist so etwas wie ein Tapetenwechsel im Wald. Das Ziel des Waldumbaus ist es, einen an Baumarten gemischten und dadurch stabilen Wald zu erhalten. Nur dann kann er auch künftig seine vielfältigen Funktionen, wie beispielsweise Holzbereitstellung, Erholungsraum oder Schutz vor Naturgefahren, zuverlässig erfüllen. Der Waldumbau betrifft vor allem gleichförmige Bestände, also gleichaltrige, homogene Wälder, die von einer Baumart dominiert werden. Diese Bestände werden mit auf den jeweiligen Standort passenden Baumarten angereichert, damit eine vielfältige Struktur entsteht.
Jede Baumart hat andere Standortsansprüche an den Boden oder die klimatischen Bedingungen. So kann beispielsweise der Borkenkäfer Fichten, die auf einem trockenen Standort mit wenig Wasser stocken, leichter befallen. Besteht auf diesem Standort der komplette Wald aus Fichten, sind großflächige Schäden vorprogrammiert. Ein Mischwald aus Baumarten, die auf diesem Standort gut zurechtkommen, verringert das Risiko erheblich.
In Bayern gibt es viele Flächen, die mit weiteren Baumarten angereichert werden sollten, etwa die großflächigen Fichten- oder Kiefernwälder. Das passiert auch schon. Im Staatswald geht die Anpassung der Wälder an den Klimawandel intensiv voran. Und in den vergangenen Jahren haben private und kommunale Waldbesitzer ihre Wälder bereits auf über 40.000 Hektar mit passenden, klimastabilen Mischbaumarten umgebaut. Ziel sind hier 100.000 Hektar im Jahr 2020. Diese Maßnahmen können sich die Waldbesitzer fördern lassen. Und noch mehr: Damit ich als Waldbesitzer auch weiß, welche Baumarten auf meinem Standort geeignet sind, stehen mir die Beratungsförster am zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zur Verfügung. Hier bekommen Waldbesitzer eine kostenfreie, kompetente und objektive Beratung vor Ort.
Der Waldumbau kann – sofern genügend alte, fruktifizierende Baumarten im Altbestand vorhanden sind – durch gezielte waldbauliche Maßnahmen via Naturverjüngung erfolgen. Habe ich allerdings nicht genügend alte Buchen, Eichen, Tannen usw. in meinem Wald, muss ich die fehlenden Baumarten pflanzen – am besten mit zertifiziertem Pflanzgut. Das ist zwar teurer als die Naturverjüngung, aber die Investition lohnt sich langfristig. Denn das Risiko von Schäden durch Insekten oder Extremwetterereignisse sinkt im meinem Wald dadurch erheblich. Und aufgrund der hohen gesamtgesellschaftlichen Bedeutung des Waldes für die Allgemeinheit fördert die Bayerische Forstverwaltung solche Waldumbaumaßnahmen. Voraussetzung für ein gutes Gelingen ist in beiden Fällen auch ein angepasster Wildbestand.

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