Der Wildapfel – Baum des Jahres 2013

Fotos: G. Aas (Uni Bayreuth), F. Binder (LWF), T. Bosch (LWF), S. Geßler (LWF), D. Grosser,  C. Schwab (LWF)

Frisch, knackig und mit roten Backen – so ein Apfel ist wahrlich zum Anbeißen. Die Früchte des Wildapfels reizen uns allerdings weniger dazu. Sie sind eher klein, holzig und vor allem sauer. Der Wildapfel ist auch nicht der alleinige Stammvater unserer Kulturäpfel, wie man meinen könnte. Vielmehr stammen diese von zahlreichen Wildarten ab. Mehr dazu kann uns Dr. Gregor Aas erzählen. Er ist Direktor des Ökologisch-Botanischen Gartens der Universität Bayreuth und kennt den Wildapfel ganz genau.

Der Wildapfel (Malus sylvestris), auch Holzapfel genannt, ist vom Kulturapfel gar nicht so leicht unterscheiden. Ein wichtiges Merkmal ist die Behaarung. Sind Blüten und Blätter kahl, spricht das für den Wildapfel. Beim Kulturapfel sind diese oft dicht filzig behaart. Die Früchte sind beim Wildapfel nur wenige Zentimeter groß, holzig und herbsauer. Sie werden zu Tee, Schnaps, Eis und Gelee verarbeitet. Die Ursprünge unserer Kulturäpfel finden wir in Asien. Dort wurde schon vor mehreren Tausend Jahren an der Apfelzüchtung gearbeitet. Griechen und Römer haben dann diesen Apfel nach Europa importiert und mit unserem Wildapfel in Verbindung gebracht. Unsere heutigen Apfelsorten stammen also von vielen verschiedenen Wildarten ab, einer davon ist Malus sylvestris. Das sehr harte und gleichmäßig strukturierte Holz des Wildapfels ist sehr attraktiv für Tischler- und Drechselarbeiten. Es hat aber keine große wirtschaftliche Bedeutung, da meist nur kurze und krumme Holzstücke vorhanden sind. Wildapfelholz ist eine unserer seltensten Holzarten. Forstlich hat der Wildapfel keine Bedeutung. Der ökologische Nutzen ist dagegen wesentlich größer. Daher sollten Wildäpfel, wo immer möglich, geschützt und gefördert werden. Dafür bieten sich besonders Waldränder an. Denn möglicherweise kommt dem Wildapfel mit dem Klimawandel eine schwerwiegendere Bedeutung als jetzt zu.

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